Deutschland gewinnt an Erfahrung durch eine wachsende Zahl an älteren Berufstätigen. Dieses Potential müssen wir nutzen – zum Wohle jedes Einzelnen und zum Wohle der Gesellschaft. Gerade vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels in vielen Branchen, können wir darauf nicht verzichten.
Daher müssen wir älteren Menschen mehr Freiheit geben. Mehr Freiheit, ihre Arbeit, den Übergang in den Ruhestand und das Leben im Alter selbst zu gestalten. Deshalb wollen wir das Renteneintrittsalter flexibilisieren. Das heißt konkret, dass wir den Beschäftigten mehr Wahlmöglichkeiten eröffnen und die Zuverdienstgrenzen anheben.
Wir erhalten das Wissen und die Kraft aller, die sich engagieren möchten und binden Menschen ein. So steht der neu geschaffene Bundesfreiwilligendienst nicht nur jungen Menschen offen, sondern auch Älteren, um sich ehrenamtlich zu engagieren.
Denn unsere Gesellschaft verändert sich: Wir werden weniger und älter. Das zieht tief greifende strukturelle Veränderungen nach sich und es stellt die sozialen Sicherungssysteme vor enorme Finanzierungsprobleme.
Für die Rentenversicherung bedeutet das, dass immer weniger Beschäftigte für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Auch die Arbeitswelt verändert sich: Neben der klassischen Erwerbsarbeit gibt es immer mehr neue Formen von Beschäftigungen, z.B. Teilzeitarbeit, durch die immer mehr Menschen ungenügend sozialstaatlich abgesichert sind. Auf diese Veränderungen müssen wir mit geeigneten Mitteln reagieren. Der Regierungsdialog Rente, den wir Sozialpolitiker aktuell mit allen relevanten Partnern führen, bietet hierfür gute Ansätze.
Wir wollen die Hinzuverdienstgrenzen deutlich anheben und flexibilisieren. Wer älter als 63 ist und freiwillig oder unfreiwillig mit Abschlägen vorzeitig in Rente geht, kann künftig eine Rente beziehen und daneben zusätzlich noch verdienen. Zu den weiteren wichtigen Reformvorhaben gehört für uns auch, dass 20 Jahre nach der Wiedervereinigung das Rentenrecht in Ost und West vereinheitlicht wird.


